Sich neu zu erfinden ist alternativlos!

Alles in Ordnung - wir schwimmen doch oben #DigitaleTransformation

«Wir stecken gerade voll in der digitalen Transformation»

Diesen Satz hört man an allen Ecken, Konferenzen, In Meetings oder auch mal hinter vorgehaltener Hand. In vielen Fällen ist das etwas so vielversprechend, als würde ein an der schwarzen Pest erkrankter sagen, ich habe gerade ein Aspirin genommen. Das mag nun hart klingen, aber der Begriff digitale Transformation löst mittlerweile bei vielen ähnliche Reaktionen aus, als hätte man in der ferne einen an der Pest erkrankten gesehen. In den meisten Fällen zurecht!

Es wird viel darüber geschrieben, was es alles so für eine erfolgreiche Transformation benötigt. Ja, das ist vielschichtig, komplex und entgegen der menschlichen Natur, sich zu verändern. Wobei ich nicht unbedingt dem Menschen an sich die Schuld geben möchte – vielmehr sind es Unternehmen, die ein Klima von minimalen Optimierungen innerhalb von Budgetvorgaben geschaffen haben.

«Wir wollen nächstes Jahr 3% wachsen und die Kosten um 4% senken.

Das wird unsere Profitabilität massiv steigern»

Olé!

Das sind Vorgaben, getrieben von Aktienkursen oder gestrig orientierten Muttergesellschaften, die zwangsläufig ins Verderben führen werden.

Natürlich kann man unter Einsatz von neuen Technologien und einer etwas verbesserten Kundenorientierung garniert mit etwas weniger hierarchischen Führungskultur den Status Quo nochmals etwas verbessern. Aber das wird in vielen Fällen nicht reichen.

  • Der Otto-Motor war keine Weiterentwicklung der Dampfmaschine
  • Kodak fokussierte sich auf die Verbesserung des Films und
  • wurde von der Digitalfotografie eliminiert
  • So wird aus einem Braunkohlekraftwerk auch kein Windrad oder ein Solarpanel
  • Die Deutsche Bank wird niemals ein Revolut werden (Aber hey, sie haben jetzt auch Apple Pay)
  • Ein Warenhaus wird niemals auch noch ein attraktiver Online-Marktplatz

Diese Liste lässt sich beliebig fortschreiben.

Was einfach jedem einleuchten muss, ist dass es für eine echte Veränderung neue Wetten braucht. Pfade, die ein Unternehmen so noch nie gegangen ist. Diese können nicht mit Businessplänen aus der Schublade vorhergesagt werden. Es gibt keine Erfolgsgarantie! Ohne ein gewisses Risiko lassen sich keine neuen Themen, Leistungen oder Produkte hervorbringen. Zumindest nicht in Unternehmen, die am besten nach ihre «Tradition» als erstes auf ihrer Webseite nennen.

«Die besten Pferdekutschen seit 100 Jahren» war auch damals kein Erfolgsgarant für den Wechsel zum Automobil.

Also vergessen wir doch mal das gestern!

Die Erfahrungen der Vergangenheit sind einfach immer weniger Wert. Nicht nur das, sie verhindern auch wirkliche Innovation. Von Disruption müssen wir an dieser Stelle gar nicht sprechen. Das geht ja gar nicht! Wo kommen wir denn da hin, wenn man die bisherigen wesentlichen Umsatzbringer nicht nur hinterfragt, sondern mit voller Breitseite angreift?

Aus, Raus, gefeuert oder mindestens mal ausgebremst sind die typischen Reaktionen.

Aber wie lösen wir denn nun das Dilemma? Sollen Unternehmen sich nicht transformieren?

Doch, das ist so das mindeste was zu tun ist – damit kann ein Sterben zumindest soweit verlängert werden. Und wenn man so richtig, richtig Glück hat, dann schafft man es auch irgendwie noch weiter zu existieren. Man hat einfach ein geiles, nicht einfach zu kopierendes Produkt oder eine Marke, die man auch weiterentwickeln kann. Und: man hat verstanden, wie diese Themen in einer GAFA Welt neu zu spielen sind. Zur Not hilft noch eine SEM Agentur und etwas lustiges Influencer Marketing. Das mag ich nicht auschliessen.

Aber, viel wichtiger wäre es, neue Wetten einzugehen. Ohne grosse Machbarkeitsstudien und Wasserfall-Projekten.

Echte Wetten! Einige wird man verlieren und dann auch mal eine gewinnen. Und das Ganze darf nicht in bestehenden Strukturen stattfinden. Dazu braucht es helle Köpfe, die machen dürfen und auch Mittel zur Verfügung haben. Und ganz grosses NEIN zu Rahmenbedingungen wie; «Ihr müsst dann aber das ERP mitbenutzen. Ach, und die Funktionen, die ihr braucht, kommen ja dann mit dem Migrations-Projekt 20XX»

Jeder weiss ja dann was passiert! Nix, Nüüt, Nada!

Kleine Wetten aber ernst gemeint. MVP statt Monster-Projekt. Budget und Brain. Raum für extremste Kundenorientierung, wirklich neue Kundenzugänge, neue Technologien als Basis für neue Geschäftsmodelle oder wichtige Begeisterungsfaktoren. Vom Kunden her gedacht.

Dieses Vorgehen ist alternativlos!

Ich freue mich über Diskussionen zu diesem Thema.
Vor allem auch mit Unternehmen, die wirklich vorankommen wollen. 
Am liebsten in einem Bewerbungsgespräch.

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