F-Commerce hinter den Kulissen – Auf tiefem Niveau und von Männern dominiert

by Malte Polzin on 22/01/2013

Einkaufen auf Facebook hat sich bisher nicht durchsetzen können. Ob sich das zukünftig ändern wird bleibt fraglich. Es ist eben kritisch für Anbieter mit Produktangeboten in den Dialog der User einzusteigen. Zusätzlich dann auch noch direkt innerhalb von Facebook mit eingeschränkten Funktionsumfang zu shoppen und Privatsphäre-Bedenken im Hinterkopf sind klare Conversion-Hemmer.

F-Commerce findet trotzdem satt. Allerdings noch auf tiefem Niveau
Ondango, die sich selbst als führenden Anbieter von Shoppingapplikationen auf Facebook bezeichnen, haben innerhalb einer Studie detailliert Einblick in die von Ihnen weltweit 4’000 abgewickelten Bestellungen im Q4/2012 gegeben. Bei einem einem durchschnittlichen Bestellwert von ca. €40.- sprechen wir also von einem Umsatz von rund €160’000.-  Im traditionell stärksten Quartal des Jahres wohlgemerkt.

Männer sind in der Überzahl
Gemäss der Studie werden 65% der Transaktionen über Ondango Facebook Shops in Deutschland von Männern abgewickelt. Wie im klassischen E-Commerce auch gibt es im SHEcommerce noch Potential. Unterschiedlich sind auch die Wochentage an denen eingekauft wird.

Während die Frauen am Dienstag ihren stärksten Tag haben, kaufen die Männer bis zur Wochenmitte recht konstant ein. Insgesamt wird am Samstag wohl eher stationär eingekauft als auf Facebook.

Einkäufe nach Wochentag und Geschlecht

SC-Kauf-Wochentag-Geschlecht

Die Bestellwerte unterscheiden sich nur minimal. Männer geben im Durchschnitt €40.- aus, Frauen €38.-
Der Verlauf der Bestellwerte nach Wochentagen zeigt eine Erhöhung der Werte zum Wochenende hin. Allerdings dann mit weniger Transaktionen.

SC-Wert-Wochentag

Männer pos(t)en, Frauen abonnieren
Männer zeigen eher was sie gekauft haben (Posting), Frauen abonnieren doppelt so oft wie Männer einen nach dem Kauf angebotenen Newsletter des Anbieters.

Vorzüge bei den Zahlungsmethoden
Leider geht aus den Studienergebnissen nicht genau hervor ob bei allen Transaktionen auch alle Zahlungsarten zur Verfügung standen. Betrachtet wurden die Transaktionen von Deutschen Anbietern und dabei zeigen Männer eine starke Präferenz für PayPal und Frauen wählen eher die Form der Banküberweisung und wenn vorhanden den Kauf auf Rechnung.

SC-Zahlungsmethoden

Zahlungsmethoden beeinflussen die Höhe des Warenkorbs
Wie auch in traditionellen Shops fühlen sich Kunden mit Zahlungsmethoden wie Rechnung oder Nachnahme (Zahlung bei Lieferung) wohler. Dieser Aspekt scheint insbesondere bei kleinen, unbekannten Anbietern auf Facebook eine stärkere Relevanz zu haben, da möglicherweise das Vertrauen fehlt.

SC-Wert-Zahlungsmethode

Kunden die einen Newsletter des Anbieters abonniert haben, gaben im Schnitt ebenfalls mehr aus. Auch das ist ein klares Indiz für: “Kennen und Vertrauen” sind wichtige Umsatzhebel. Ob diese Hebel jemals via Facebook-Shops anständig bedient werden können bleibt abzuwarten.

F-Commerce sollte nur Ergänzend sein
Auch kleine Anbieter, die sonst keine eigene Seite oder Shop besitzen, sollten die eigene Shop-Präsenz unbedingt in Erwägung ziehen. So verkauft der Anbieter Kiez Honig St. Pauli seine Nischenprodukte ausschliesslich in der Nische des F-Commerce. Schade eigentlich.

Auch der “Social Traffic” für den E-Commerce noch nicht relevant
Wie Adobe aktuell bekannt gegeben hat, erreicht der aus Social Media-Kanälen gewonnene Traffic längst nicht um die etablierten Kanäle auch nur entfernt zu ersetzen. Im Weihnachtsgeschäft in den USA soll das laut ihren Aussagen nur 2% des gesamten Traffics ausgemacht haben. Die positive  indirekte Wirkung von Aktivitäten auf Social Media wird dabei nicht betrachtet.

Social Commerce – Wie weiter?
Social Commerce ist eben mehr als ein Shop auf Facebook oder der über die Netzwerke gewonnene Traffic für Online Shops. Erfolgreiches Social Shopping findet aktuell nur auf eigens dafür geschaffenen Plattformen und innerhalb von Shops in einer relevanten Grössenordnung statt. Gute Konzepte, die Nutzung von sozialen Mechanismen oder die Integration des Social Graphs werden auch hier weiterhin die Treiber sein.

Zahlen und Grafiken: Ondango Studie “Kaufverhalten im Social Commerce”

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