Facebook Fans sind doch nur Schnäppchenjäger (UK)

by Malte Polzin on 27/02/2011

In einer im Januar von Econsultancy durchgeführten Umfrage in England mit rund 2500 Teilnehmern wurde das “Wunschdenken” von vielen Social Media Managern hinsichtlich des Interaktionsbedürfnisses von Facebook “Fans” stark relativiert. Die Umfrage wurde Im Januar 2011 durchgeführt und ist interaktiv benutzbar.

Nur 21.3% der Befragten folgten überhaupt einer Marke auf Facebook. Das sind 533 “Fans” wovon 350 weiblich waren. Daraus leitet sich ab, dass 24% der teilnehmenden Frauen einer Marke auf Facebook folgen, und nur 18% der Männer.

Warum Marken auf Facebook gefolgt wird:
(Mehrfach Antworten waren möglich)
Umfrageergebnis UK: Why do you follow brands?Mit beinahe 70% war der Wunsch nach speziellen Angeboten ein klarer Sieger. Auch der Wunsch nach “Shopping” wurde mit fast 40% stark gewichtet. Die Interaktionsmöglichkeit (für positives oder negatives Feedback) mit der Marke fand bekam lediglich rund 29% der Stimmen.
In diesen Antworten war kein deutlicher Geschlechterunterschied zu sehen:
Gründe für das Folgen einer Marke auf Facebook nach Geschlecht

Weitere Ergebnisse im Überblick:

  • Über 50% gaben an, zwischen 2-5 Marken zu folgen
  • 25% haben schon über eine Facebookseite etwas gekauft (Hier war die Altergruppe 35-55 am stärksten)
  • Nur 17% haben über eine Facebookseite eine Beschwerde abgesetzt (Männer 27% vs. Frauen 13%)
  • Fast 60% haben bereits eine Marke weiterempfohlen
  • Den Weg zu einer Seite finden die User am stärksten über Empfehlungen oder über die Webseite der marke (jeweils rund 40%)
  • 66% haben noch nie eine Seite “entfolgt”. Frauen sind noch eine Spur treuer als Männer

Was bedeutet das nun?

Zunächst muss man sich sicherlich darüber im Klaren sein, dass es sich um eine Umfrage in England handelt und die Ergebnisse sicherlich nicht 1:1 auf den Rest von Europa übertragbar sind. Das zeigt sich z.B. an der in Europa bisher einzigartig hohen Nutzung von Online Shops im Food Bereich. Auch wenn die Schweiz als Nr. 2 in Europa am ehesten vergleichbar ist, sind solche Ableitungen mit Vorsicht zu geniessen.

Aber ein Trend ist sicher klar – Social Commerce ist ein Thema und wird sicher in den nächten Jahren noch viel mehr Gewicht bekommen. Aus E-Commerce Sicht ist das Ergebnis dieser Umfrage sicher erfreulich – zeigt sich doch eine hohe Affinität von Menschen, die einer Marke folgen (dieser Wert sollte sich noch steigern lassen) für die Produktangebote und die Möglichkeit diese auch recht unkompliziert direkt in Facebook bzw. via Facebook auch kaufen zu können. Nun muss es sich zeigen ob Dienste wie Payvment, welche Shopbetreibern helfen das Sortiment in Facebook sichtbar und kaufbar zu machen weiter wachsen, oder ob sich Integrierte Social Commerce Applikationen wie z.B. von Amazon durchsetzen.
Wer in Zukunft diesen Mix aus Angeboten, einer wohldosierten Anzeige von Produkten evtl. ergänzt mit Liveshopping-Elementen und einer für den Kunden nutzenbringenden Intergration seines Social-Graphs beherrscht, wird klar profitieren können.

 

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1 slartbart February 27, 2011 at 14:33

Interessant. Bestätigt meine Interpretation des nachfolgenden Beitrages (auch wenn es der Autor selbst etwas anders sah)
http://goo.gl/YHLkj

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